Dieser umfassende Rechner hilft Brauern aller Erfahrungsstufen bei der Planung ihrer Gärung, von Bier und Cider bis hin zu Wein und hochprozentigen Ansätzen. Er verwendet wissenschaftliche Formeln, um Alkoholgehalt, Vergärungsgrad, Kalorienzahl und Gärverlauf abzuschätzen.
Verwendung
- Chargendetails eingeben: Geben Sie das gesamte Ansatzvolumen und die Menge an Grundzucker ein, beziehungsweise gelösten Zucker aus Malzextrakt.
- Hefe auswählen: Wählen Sie den Hefestamm, der zu Ihrem Rezept passt. Verschiedene Stämme haben unterschiedliche Alkoholtoleranzen, optimale Temperaturen und Gärgeschwindigkeiten.
- Früchte hinzufügen (optional): Wenn Sie Früchte verwenden, wählen Sie Art und Gewicht aus. Der Rechner schätzt den Beitrag vergärbarer Zucker anhand typischer Fruchtzuckergehalte.
- Ergebnisse prüfen: Der Rechner liefert sofort Schätzungen für ABV, Stammwürze/Dichte und Kalorien.
- Diagramme analysieren: Nutzen Sie das Diagramm „Gärverlauf“, um zu sehen, wie sich Alkohol entwickelt und Zucker im Zeitverlauf abgebaut wird.
Wichtige Kennzahlen erklärt
Alkohol nach Volumen (ABV)
Das Standardmaß dafür, wie viel Alkohol Ihr Getränk enthält. Berechnet aus der Differenz zwischen Original Gravity (OG) und Final Gravity (FG).
Formel: ABV = (OG - FG) × 131,25
Original Gravity (OG) und Final Gravity (FG)
- OG: Die Dichte Ihrer Würze oder Ihres Mosts vor der Gärung. Eine höhere OG bedeutet mehr potenziellen Alkohol.
- FG: Die Dichte nach der Gärung. Eine niedrigere FG bedeutet ein trockeneres, weniger süßes Ergebnis.
- Plato (°P): Eine präzisere Skala, die professionelle Brauer bevorzugen. 1°P = 1 g Zucker pro 100 g Lösung.
Vergärungsgrad
Der prozentuale Anteil der Zucker, den die Hefe verbraucht hat.
- Scheinbarer Vergärungsgrad: Direkt aus Messwerten der spezifischen Dichte berechnet.
- Tatsächlicher Vergärungsgrad: Korrigiert dafür, dass Alkohol weniger dicht ist als Wasser, und zeigt den echten Anteil verbrauchten Zuckers.
Hefegesundheitswert
Ein zusammengesetzter Wert von 0 bis 100, der angibt, wie günstig die Bedingungen für Ihre Hefe voraussichtlich sind. Er basiert auf:
- Anstellrate: Verwenden Sie genügend Hefezellen?
- Temperatur: Liegt die Gärtemperatur im optimalen Bereich des Hefestamms? Ein niedriger Wert (<70) weist auf ein Risiko für Fehlaromen oder stockende Gärung hin.
Gärphasen
- Lag-Phase: Die Zeit nach dem Anstellen der Hefe, in der noch keine sichtbare Aktivität auftritt. Die Hefe passt sich an und vermehrt sich.
- Exponentielle Phase: Schnelles Wachstum und intensive Gärung. In dieser Phase erreicht die „Kräusen“-Schaumkrone ihren Höhepunkt, und der meiste Alkohol entsteht.
- Stationäre Phase: Das Hefewachstum verlangsamt sich, weil Ressourcen knapper werden. Die Gärung läuft aus, und die Hefe beginnt sich abzusetzen (Flockung).
Tipps für gute Ergebnisse
- Temperaturkontrolle: Eine stabile Temperatur im optimalen Bereich ist der wichtigste Hebel für bessere Bierqualität.
- Hefenährstoffe: Bei Ansätzen mit hoher Stammwürze oder Zuckerwäschen, etwa für Hard Seltzer, sind Hefenährstoffe wichtig, um Aromen durch „gestresste Hefe“ zu vermeiden.
- Sauerstoffeintrag: Belüften Sie Würze oder Most vor dem Anstellen gründlich, damit der Lag-Phase gesund verläuft.